Teil 1: Was ist „thread-count“?

Thread-count ist Englisch für Fadenzahl und stellt die Anzahl verwebter Fäden pro Quadratinch (etwa 2.5 Quadratzentimeter) dar. Der Ausdruck wurde ursprünglich in den Vereinigten Staaten erfunden, um Mousseline von Percale zu unterscheiden. Mousseline ist ein sehr lose gewebter Baumwollstoff, Percale ist dichter gewebt. Eine einfach gewebte Leinwandbindung mit einer Fadenzahl von mehr als 200 pro Quadratinch wurde als Percale anerkannt. Liegt die Fadenzahl unter 200, handelt es sich um Mousseline.

Vor etwa 25 Jahren kam es irgendwie dazu, dass der Ausdruck „thread-count“ für das Marketing von Satin Bettwäsche verwendet wurde. Es wurde behauptet: je höher die Anzahl Fäden pro Quadratinch ist, desto besser ist die Qualität. Was technisch einem absoluten Unsinn entspricht, da ein Satin keine einfache Leinwandbindung ist (ein Faden oben, ein Faden unten), sondern eine Webbindung mit flottierenden Fäden (z. B. vier Fäden unten, ein Faden oben). Wichtiger noch, die Anzahl Fäden in einem Gewebe hat nichts zu tun mit dessen Qualität. Thread-count bezeichnet lediglich, wie dicht ein Stoff gewebt ist. So ist beispielsweise ein Fallschirmstoff äusserst dicht gewebt und hat demzufolge  einen super hohen Thread-count. Aber wer will schon in einem Fallschirm schlafen?